A B C D E F G H I J K L M N O P R S U V W 

Acrylamid

Acrylamid ist eine Substanz, die in Tierversuchen Krebs erregt und das Erbgut verändert hat. Man nimmt an, dass sie auch für den Menschen ein Ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko bedeutet. Acrylamid entsteht bei trockener Erhitzung (grillen, braten, backen, frittieren, aber auch beim Rauchen von Tabak) ab einer Temperatur von 120 °C mit einem starken Anstieg ab 175 °C. In rohen oder gekochten Lebensmitteln kommt Acrylamid nicht vor. Wenn in der Gastronomie dem Frittierfett der zugelassene Zusatzstoff Silikon (E 400) zum Entschäumen zugesetzt wird, verdoppelt sich der Acrylamidgehalt beim Frittieren.

Älchen

Sammelbezeichnung für eine Reihe von Fadenwürmern. Viele Älchen sind Kulturpflanzenschädlinge. Sie leben im Boden und dringen in die Wurzeln oder Stängel z. B. von Paradeisern, Erdäpfeln und Erdbeeren, aber auch von Rosen ein. Die Pflanzen sterben dann ab, und der Schaden ist oft gewaltig. Andere Älchen greifen die Blätter an. Es gibt aber auch nützliche Älchen, die bei der Humusbildung eine Rolle spielen. Andere leben als Schmarotzer in Insekten und töten diese ab. In der biologischen Landwirtschaft werden die gefährlichen Boden-Älchen durch sorgfältig geplanten Fruchtwechsel sowie durch den Anbau von Feindpflanzen bekämpft. So enthalten die Wurzeln der Studentenblume (Tagetes) einen Stoff, der die Älchen anlockt, für sie aber giftig ist. Andere Feindpflanzen gegen Älchen sind Sonnenhut (Rudbeckia) und Ringelblume (Calendula).

Agrumen

Fachausdruck für Zitrusfrüchte. Dazu gehören außer Orangen und Zitronen noch viele andere Sorten: Bergamotte (birnenförmige Orange), Grapefruit, Limone (auch Limette, eine Art grüne Zitrone), Mandarine, Tangerine (rötlich-gelbe Mandarine) und Pampelmuse.

Anthroposophie

Eine von Rudolf Steiner begründete Lehre, die den Menschen befähigen soll, zur Erkenntnis des Geistigen in Mensch und Universum zu gelangen. Die Anthroposophie bezeichnet sich selbst als Geisteswissenschaft, trägt aber auch religiöse und esoterische Züge. Das ganzheitliche Welt- und Menschenbild der Anthroposophie hatte und hat starken Einfluss auf Landwirtschaft, Pädagogik und Medizin.

Bakterien

Winzig kleine, einzellige Lebewesen, die in der Regel mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Bakterien befinden sich eigentlich überall: in der Luft, im Boden, im Wasser, sogar im Eis und in heißen Quellen, auch in allen Lebensmitteln. Manche Bakterien zersetzen tote Tiere und Pflanzen sowie Gesteinsteilchen und führen dadurch dem Boden wertvolle Nährstoffe zu. Andere leben in den Verdauungsorganen und in der Haut. Dort sind sie für viele Lebensprozesse ganz besonders wichtig. Ohne bestimmte Bakterien gäbe es keinen Käse, kein Jogurt, kein Sauerkraut, kein gegerbtes Leder ... Andere Bakterien verursachen das Verderben von Fleisch, Gemüse, Milch und Milchprodukten. Mit Hilfe von Bakterien reichern Leguminosen den Boden mit Stickstoff an. Einige Bakterien können auch Krankheiten verursachen. Andere sind auch in der Lage, Heu zu entzünden.

Balfour, Lady Eve (1899–1990)

Als Tochter einer wohlhabenden britischen Familie setzte sie sich Ende der 1930er-Jahre intensiv mit der Landwirtschaft auseinander und veröffentlichte ihre Forschungen 1944 in dem Buch "The Living Soil" (engl. "Der lebendige Boden"). Diese Veröffentlichung war u. a. 1946 Anlass für die Gründung der Soil Association.

Ballaststoffe

Für ein richtiges Funktionieren der Verdauung sind unverdauliche Ballaststoffe (z. B. Zellulose) unerlässlich: Sie regen den Darm zu den für die Verdauung notwendigen Verdauungsbewegungen an. Deshalb sollte man darauf achten, dass die Nahrung genügend Zellulose enthält, z. B. Pflanzenfaserstoffe in Gemüse und Salaten sowie Kleie in Vollkornbrot.

Baumscheibe

Die Saugwurzeln der Obstbäume liegen in den oberen Bodenschichten. Die Fläche über diesem Wurzelsystem ungefähr im Ausmaß der Krone sollte stets unbepflanzt bleiben. Man nennt sie Baumscheibe. Sie wird im Herbst mit grobem Kompost, Laub und anderen organischen Substanzen abgedeckt. Unter dieser Decke bleibt die Erde stets feucht. Ab dem Frühjahr kann man allerdings Senfsaat, Steinklee oder Gundelrebe auf der Baumscheibe wachsen lassen.

Biologie

Das Wort stammt aus dem Griechischen "bios" (= Leben) und "logos" (= Wort, Begriff). Biologie ist die Wissenschaft von den Lebewesen. Die Kurzform "bio" steht für "biologisch". Mit diesem Kürzel werden im Lebensmittelbereich Produkte aus der biologischen Landwirtschaft bezeichnet. Bio-Produkte sind soweit möglich frei von schädlichen Umweltgiften sowie gentechnikfrei. Bei tierischen Produkten ist auch die artgerechte Tierhaltung eine Voraussetzung für Bio-Landbau.

Brennnessel-Jauche

Eine Jauche, die aus Wasser und Pflanzenteilen hergestellt wird, in diesem Fall aus frischen oder getrockneten Brennnesseln – auch vermischt mit Beinwell, Schachtelhalm, Schnittlauch, Löwenzahn. Die Pflanzen werden in einem Gefäß mit Wasser bedeckt. Nach zwei bis drei Wochen Gärung ist die Jauche fertig und kann verdünnt als Dünger oder zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Gegen Blattläuse spritzt man die Jauche unverdünnt, bevor sie zu gären begonnen hat.

Chemisch-synthetische Düngemittel


Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel


Düngung

Ernten heißt, Biomasse dem natürlichen Kreislauf entziehen. Wenn die Leistungsfähigkeit des Bodens für weitere Ernten erhalten bleiben soll, muss gedüngt werden. Man unterscheidet organischen Wirtschaftsdünger, organischen Handelsdünger und anorganischen Handelsdünger.

Enzyme

Enzyme wirken als Katalysatoren (das sind Stoffe, die durch ihre Anwesenheit chemische Reaktionen herbeiführen oder beeinflussen, selbst aber unverändert bleiben) und steuern im Stoffwechsel der Lebewesen fast alle chemischen Reaktionen. Beim Getreide sind sie für die Keimung verantwortlich und wandeln die Stärke in Zuckerarten für den Keimling um.

Erneuerbare Energie (auch regenerative Energie)

Bezeichnung für Energie, bei deren Gewinnung keine Rohstoffe (z. B. Erdöl, Erdgas, Kohle) unwiederbringlich verbraucht werden oder deren Rohstoffe wieder nachwachsen (z. B. Holz, Stroh). Vorteile: Bei der Energiegewinnung aus Sonnenkraft, Wasserkraft, Windkraft, Gezeitenkraft und Erdwärme (geothermischer Energie) werden keine Abgase in die Luft freigesetzt. Bei der Energiegewinnung aus Biomasse (z. B. Holz, Stroh) entsteht nur so viel Kohlendioxid, wie zum Wachsen aus der Luft entnommen wurde (Ausnahme Biogas). Nachteile: Bei Wasserkraftwerken und Windkraftwerken sind häufig störende Eingriffe in den Naturhaushalt oder in das Landschaftsbild sowie Lärm- und Schallbelästigungen (Infraschall) die Folge. Sonnenkraftwerke und Gezeitenkraftwerke sind meist von klimatischen und geographischen Verhältnissen, geothermische Kraftwerke von geologischen Verhältnissen stark abhängig.

Erosion

Abtragung von Boden und Gestein durch Wasser, Wind und Eis. Die Erosion fruchtbarer Ackerkrume ist inzwischen zu einem weltweiten Problem geworden, meist hervorgerufen durch unsachgemäßen Ackerbau, durch Überweidung oder durch Abholzung.

Essentielle Aminosäuren

Zwanzig Aminosäuren gehören zu den Bausteinen des körpereigenen Eiweißes, davon kann der Mensch zehn nicht selbst herstellen, sondern muss sie mit der Nahrung aufnehmen. Diese essentiellen Aminosäuren sind in tierischen Nahrungsmitteln, aber auch in eiweißreichen pflanzlichen Nahrungsmitteln vorhanden.

Fadenwürmer

Diese Würmer kommen auf dem Land und im Wasser in großer Anzahl vor. Viele leben in den oberen Bodenschichten. Einige von ihnen, die Älchen, sind Pflanzenschädlinge, wieder andere verursachen bei Tieren und Menschen Krankheiten.

Fluorchlorkohlenwasserstoffe = FCKW

Chemische Verbindungen aus Fluor, Chlor, Kohlenstoff und Wasserstoff, die lange Zeit als Kältemittel in Kühlschränken, als Treibgas in Sprühdosen sowie zur chemischen Reinigung eingesetzt wurden. Sie steigen gasförmig in große Höhen auf und sind die Hauptursache für den Abbau der schützenden Ozonschicht in der Stratosphäre. Die nur 3 bis 4,5 mm dicke Ozonschicht schützt die Lebewesen vor kurzwelliger ultravioletter Strahlung aus dem Weltraum, die bei Menschen und Tieren Hautkrebs und Augenkrankheiten verursacht sowie das Immunsystem schädigt. Die UV-Strahlung schädigt auch das Plankton der Polarmeere, das eine wichtige Nahrungsquelle für viele Meerestiere ist, und verhindert zudem die Bindung des freien Stickstoffs aus der Luft mit Hilfe der Knöllchenbakterien durch Leguminosen. In der Europäischen Union ist die Herstellung von FCKWs seit 1994 verboten.

Fossile Energierohstoffe

Fossile (in erdgeschichtlichen Zeiten entstandenen) Rohstoffe sind z. B. Erdöl, Ölschiefer, Ölsande, Erdgas, Steinkohle, Braunkohle. Die Vorräte sind größer als ursprünglich befürchtet, reichen also noch etliche Jahrzehnte, bei Erdöl geschätzt 80 Jahre, bei Kohle vielleicht sogar 150 Jahre; aber selbstverständlich werden sie eines Tages erschöpft sein.

Freie Radikale

Kurzlebige, aber sehr reaktionsfreudige chemische Verbindungen, die in den meisten Körperzellen als Nebenprodukte des Stoffwechsels entstehen. Sie können innerhalb der Zellen Schädigungen, ja sogar den Zelltod verursachen. Verschiedene Enzyme schützen den Körper vor den freien Radikalen.

Fungizid

Ein Pestizid, das Pilze bekämpft. Fungizide werden auch vorbeugend eingesetzt, z. B. in der Saatgutbeizung.

Gluten (gesprochen Gluten)

Ein Eiweißgemisch, das in Weizen und in geringem Maße auch in Roggen vorhanden ist. Das Gluten gibt dem Teig die zähe, klebrige Konsistenz. Deshalb wird es auch "Kleber" genannt. Für manche Menschen ist Gluten unverträglich; es kann ein Darmleiden verursachen (Zöliakie). Glutenfreie Getreide sind z.B. Mais, Reis oder Buchweizen.

Gülle

Bei der Viehhaltung anfallende organische Mischung aus Kot, Harn, Einstreu und viel Wasser. Wird zu viel Gülle zur Düngung ausgebracht, können sich im Boden und im Grundwasser Nitrate ansammeln.

Haeckel, Dr. Ernst Heinrich (1834–1919)

Deutscher Zoologe und Naturphilosoph. Haeckel war einer der bedeutendsten Verfechter der Evolutionstheorie Darwins. Von ihm stammt der inzwischen modifizierte Satz: "Die Ontogenese (Entwicklung eines Einzelwesens) ist die kurze Wiederholung der Phylogenese (Stammesgeschichte)."

Handelsdünger

Organischer Handelsdünger ist z. B. Guano (getrocknete Ausscheidungen vor allem von Seevögeln und Fledermäusen). Anorganischer Handelsdünger kann natürlichen Ursprungs (z. B. Chilesalpeter, Rohphosphat) oder synthetisch hergestellt sein. Leicht lösliche mineralische Düngemittel sind nicht in der Lage, die Bodenlebewesen zu fördern; manchmal töten sie diese sogar ab. In den Händen von Unwissenden können sie zu einer großen Gefahr werden (z.B. Nitrate im Grund- und Trinkwasser, Überdüngung von Gewässern). Die biologische Landwirtschaft verzichtet auf leicht lösliche mineralische Düngemittel.

Herbizid

Ein Pestizid, das zur Bekämpfung von unerwünschten Pflanzen eingesetzt wird und oft auch andere Pflanzen schwer schädigt oder vernichtet.

Howard, Sir Albert (1873–1947)

Howard gewann bereits 1918 auf einer indischen Versuchsstation die klare Erkenntnis, dass zwischen Bodenfruchtbarkeit und Anfälligkeit der Pflanzen gegen Krankheiten und Schmarotzer enge Beziehungen bestehen und hat daraus ein Kompostierungsverfahren entwickelt, das heute in der tropischen Landwirtschaft allgemein anerkannt ist. Sein "Landwirtschaftliches Testament" (1940) beeinflusste erheblich die Forschungsarbeiten der Soil Association.

Hybride

Pflanzenhybride, die aus der Kreuzung zweier genetisch weit entfernter, reinerbiger Populationen oder aus immer gleichen Inzuchtlinien hervorgegangen sind, werden meist größer, wachsen schneller und liefern höhere Erträge. Fast alle heute angebauten Getreide-, Mais-, Paprika- und Tomatensorten sind Hybride. Meist sind Hybride aber unfruchtbar; das Saatgut muss also immer wieder neu gezüchtet und gekauft werden oder man muss Hybride vegetativ vermehren. Für viele Saatgutfirmen sind Hybride als "Einmalsorten" ökonomisch einträglicher. In vielen Fällen sind Hybride zwar optisch sehr ansehnlich, z. B. bei Paradeisern, schmecken aber wässrig und fad. Deshalb ziehen Feinschmecker nicht-hybride Sorten vor. Die neueste Technologie ist die Züchtung von "Terminator-Pflanzen". Mit Hilfe gentechnologischer Methoden werden Pflanzen so manipuliert, dass die Samen, welche sie ausbilden, nicht mehr keimfähig sind. Die Pflanzen wachsen zwar normal, aber zur Zeit der Samenabreife wird ein eingeschleustes Gen aktiviert, welches die natürliche Keimfähigkeit des Samens zerstört.

Insektizid

Ein Pestizid, das zur Bekämpfung von unerwünschten Insekten eingesetzt wird und oft auch andere Insekten schwer schädigt oder vernichtet.

Jauche

Bei der Viehhaltung anfallender, mit Kot verunreinigter und mit Wasser verdünnter Harn, der sich zersetzt hat. Wird zu viel Jauche zur Düngung ausgebracht, können sich im Boden und im Grundwasser Nitrate ansammeln.

Kennzeichen eines Lebewesens

Stoffwechsel, Reizbarkeit (Reaktion auf Umweltreize), Wachstum, Fortpflanzung, Vererbung, stammesgeschichtliche Entwicklung (Evolution) und Individualität.

Kompost

Das Wort stammt aus dem Lateinischen "componere" (= zusammenstellen, woraus sich auch "komponieren" z. B. einer Symphonie ableitet!). Die Kompostierung ist ein Verfahren im Garten- und Landbau zur Gewinnung von Kompost. Das ist besonders nährstoffreiche und daher fruchtbare Erde. Erfreulicherweise hat das Kompostieren auch Eingang in kleine Haushalte und Schrebergärten gefunden. Dabei werden anfallende pflanzliche Küchenreste (z. B. von Obst und Gemüse, aber auch Eierschalen und Kaffesud), Grasschnitt und Pflanzenreste in einem Kompostbehälter oder auf kleinen Hügeln angehäuft, regelmäßig gewendet und somit durchlüftet (zur Verhinderung von Fäulnis). Mikroorganismen und kleine Bodentiere verwandeln nach einiger Zeit den natürlichen Abfall in nährstoffreichen Kompost zur möglichen Verwendung als Dünger im eigenen Garten. Wer aus Mangel eines Gartens nicht kompostieren kann, sollte die Bio-Tonne benützen. Aufgeschlossene Kommunen entsorgen den organischen Abfall der Bio-Tonnen in großem Maßstab in Kompostieranlagen.

Leguminosen

Hülsenfrüchte wie Lupine, Klee, Luzerne, Ackerbohne, Erbse, Sojabohne, die den freien Stickstoff aus der Luft mit Hilfe der in ihren Wurzelknöllchen lebenden Knöllchenbaktrien binden. Dies ersetzt die künstliche Stickstoffdüngung durch Handelsdünger. Das gut verzweigte Wurzelsystem und die tief gehenden Wurzeln der Leguminosen lockern zudem den Boden gut auf.

Leicht lösliche mineralische Düngemittel


Makrobiotik

Das Wort stammt aus dem Griechischen "makros" (= lang) und "bios" (= Leben). Der Begriff "Makrobiotik" wurde ursprünglich von Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836) in seinem Buch "Makrobiotik oder die Kunst, sein Leben zu verlängern" eingeführt. Heute bezeichnet man mit Makrobiotik eine Philosophie, die sich am chinesischen Zen-Buddhismus orientiert. Die äußerst komplexe makrobiotische Ernährungslehre wurde von dem Japaner Georges Ohsawa (1892–1966) entwickelt. Ihr Ziel ist es, bei der Ernährung ein Gleichgewicht herzustellen zwischen den beiden gegensätzlichen Kräften des männlichen und des weiblichen Prinzips – zwischen Yin und Yang. Zentrales Lebensmittel ist das Getreide, das nach Ansicht der Makrobioten ein optimales Verhältnis von Yin und Yang aufweist. Gemüse, Hülsenfrüchte, Algen und gelegentlich Fisch ergänzen die Kost. Nüsse, Fette und Obst können den Speiseplan ab und zu bereichern, Milchprodukte und Fleisch werden dagegen weitgehend abgelehnt.

Maschinenring

Zusammenschluss von Landwirten, ursprünglich zur gemeinsamen Nutzung von Maschinen, deren Beschaffung und Unterhaltung für den Einzelnen unwirtschaftlich ist. Beispiele: Mähdrescher, Erdäpfelsortiermaschine, Bandsäge. Vielfach können Standort und Bewegung der einzelnen Maschinen über Internet verfolgt werden. Inzwischen haben die rund 100 Maschinenringe in Österreich ihr Angebot auf Personalleasing und Computerdienste ausgeweitet.

Milben

Milben sind winzige Spinnentiere, von denen es weltweit rund 30°000 Arten gibt. Auch die Zecken gehören dazu. Einige Milben fressen andere Kleinlebewesen, einige leben als Parasiten an Tieren und Menschen, andere ernähren sich von Pflanzen. Milben können Krankheiten auslösen (z. B. Hautkrätze, Allergien), Viren übertragen und sogar Seuchen auslösen (Varroa-Seuche der Honigbiene). Für die Landwirtschaft wichtig sind die so genannten Raubmilben im Boden, welche die Schadmilben fressen.

Mist

Bei der Viehhaltung anfallender Kot, vermischt mit Einstreu. Wird zu viel Mist zur Düngung ausgebracht, können sich im Boden und im Grundwasser Nitrate ansammeln.

Mollison, Bill (geb. 1928)

Der australische Ökologe und Landschaftsplaner prägte 1974 mit seinem Kollegen David Holmgren den Begriff Permakultur. Zu seinem Permakultur-Konzept wurde Mollison z. B. durch die Art und Weise angeregt, wie die Aborigines natürliche Ökosysteme nachahmen und nutzen. 1982 wurde Mollison für dieses Konzept der Alternative Nobelpreis verliehen.

Monokultur

Eine Bodenbewirtschaftung, bei der auf einem Standort immer dieselbe Pflanzenart angebaut wird. Ziel ist die maximale Vereinfachung des Arbeitsablaufs und die weitestgehende Ausnützung der Mechanisierungsmöglichkeiten. Die Erträge können nur schwer gesteigert werden, weil durch die Monokultur spezifische Boden- und Pflanzenschädlinge sowie spezifische Krankheiten der angebauten Pflanzen begünstigt werden. Auch werden dem Boden in der Regel die Nährstoffe einseitig entzogen. Höhere Erträge kann man nur noch durch hohe Gaben von leicht löslichen mineralischen Düngemitteln und mit Hilfe von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln erreichen.

Mutation

Es kann vorkommen, dass sich bei der Fortpflanzung während der Zellteilung beim Kopieren der Chromosomen sowie bei ihrer Verteilung auf die neu entstehenden Zellen Fehler einschleichen. Ein solcher Fehler wird Mutation genannt und an die nachfolgende Generation weitergegeben. In den meisten Fällen sind Mutationen von Nachteil, und das Lebewesen stirbt aus. Manchmal entstehen dadurch aber neue Arten mit neuen Eigenschaften, die man durch Züchtung vermehren kann.

Müller, Dr. Hans (1891–1988)

Der Schweizer Müller hat zusammen mit seiner Frau Maria (1894–1969) in den 1950er-Jahren das Konzept des organisch-biologischen Landbaus entwickelt, das später von Rusch theoretisch begründet wurde.

Nachhaltige Entwicklung

Der Begriff stammt aus dem Englischen "sustainable" (= dauerhaft, nachhaltig) und "development" (= Entwicklung). Die Nutzung der Natur, der Energiequellen und der Rohstoffe, die Lebensweise und das Zusammenleben der Menschen sollen so gestaltet werden, dass ein angenehmes und sinnvolles Leben für alle Menschen der Erde nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft gesichert ist. Dies ist bei der ungleichen Verteilung von Arm und Reich auf der Erde, bei der Verschmutzung unserer Mitwelt durch Gifte, Abgase und Abfälle, bei der rücksichtslosen Energieverschwendung mancher Staaten eine schwierige Aufgabe. In der Landwirtschaft bedeutet nachhaltige Entwicklung u. a.: Bodenpflege und Wasserschutz, vielfältige Fruchtfolge, natürliche Schädlingsbekämpfung, Kompostierung, Abfallrecycling, Verzicht auf Pestizide und Handelsdünger.

Nitrate

Nitratsalze sind Bestandteile des Handelsdüngers, aber auch von Gülle und Jauche. Bei zu hohem Einsatz von Handelsdünger, Gülle und Jauche sind die Kulturpflanzen nicht mehr in der Lage, die gesamte Menge an Nitraten zu verwerten. Diese gelangen durch Niederschläge in die Binnengewässer und Meere, reichern sich aber auch in manchen Pflanzen an. Hohe Nitratbelastung der Gewässer führt zu einem starken Wachstum an Wasserpflanzen, vor allem Algen, und tierischen Lebewesen. Wenn diese Lebewesen absterben, werden sie unter großem Sauerstoffverbrauch zersetzt: Die Gewässer "kippen um". Im Boden werden zudem aus Nitraten Nitrite gebildet. Wenn diese über das Grundwasser in die Nahrungskette geraten, können sie Krebs erzeugen sowie bei Säuglingen zu lebensbedrohendem Sauerstoffmangel führen.

Ökonom

Verwalter großer landwirtschaftlicher Güter, Wirtschaftswissenschaftler.

Ökonomie

Wirtschaftswissenschaft, auch: Wirtschaftlichkeit.

Ökosystem

Eine aus Lebewesen und unbelebter Umwelt bestehende natürliche Einheit. Lebewesen und Umwelt wirken aufeinander ein (Wechselwirkung) und bewirken so ein sich fortwährend veränderndes Gleichgewicht. Beispiele: ein See, der tropische Regenwald. Wenn der Mensch dieses Gleichgewicht stört, kann dies gewaltige Folgen haben.

Ökozid

Störung des biologischen Gleichgewichts durch Umweltverschmutzung.

Pasteurisierung

Ein Verfahren nach dem französischen Chemiker Louis Pasteur (1822–1895), flüssige Lebensmittel durch schonende Erhitzung auf 55 bis 70 °C haltbar zu machen. Dabei werden die Bakterien abgetötet, ohne dass die Zusammensetzung, der Geschmack und der Nährwert verändert werden. Anschließend werden die Lebensmittel abgekühlt und unter keimfreien Bedingungen abgefüllt.

Permakultur

Der Begriff stammt aus dem Englischen "permanent agriculture" und beschreibt ein integriertes System von Landwirtschaft, Gartenbau, Architektur, Ökologie und Finanzmanagement. Die Permakultur wurde von Bill Mollison konzipiert.

Pestizide

Sammelname für alle Pflanzenschutzmittel – egal ob biologisch oder chemisch-synthetisch. Sie sind oft auch für nützliche Pflanzen und Tiere sowie für den Menschen giftig. Manche Pestizide verbleiben lange im Boden. Sie hemmen die Aktivität der Bodenlebewesen oder töten diese sogar ab. Die biologische Landwirtschaft verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide.

Pilze

Gemeinsam mit Bakterien sind manche Pilze für die Zersetzung toter Pflanzen und Tiere verantwortlich, die sie in Humus verwandeln. Die meisten Pilze wachsen unter der Erde. Was wir im Wald sammeln, sind nur die Sporenträger! Manche Pilze sind auch gefürchtete Krankheitserreger.

Portmann, Dr. Adolf (1897–1982)

Schweizerischer Biologe, er untersuchte vor allem die Zusammenhänge zwischen Biologie, Soziologie und Philosophie.

Rusch, Dr. Hans Peter (1905–1977)

Deutscher Arzt und Mikrobiologe. Er lieferte mit seinem Buch "Bodenfruchtbarkeit" (1968, 7. Aufl. 2004) die theoretische Grundlage für den organisch-biologischen Landbau und entwickelte einen mikrobiologischen Bodentest, der die Menge und Qualität der lebenden Substanz im Boden feststellt – was mit chemischen Methoden nicht erfasst werden kann.

Schweitzer, Dr. Albert (1875–1965)

Elsässischer evangelischer Theologe, Philosoph, Musiker und Missionsarzt. In seinem Buch "Kultur und Ethik" (1923) erläutert Schweitzer seine "Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben": die Rücksichtnahme auf alles Lebendige bis zu seinen niedrigsten Erscheinungen. Damit stellt er den Menschen in eine "niemals und nirgends aufhörende Verantwortlichkeit".

Soil Association

1946 gegründete britische Bio-Landbau-Organisation, die heute noch große Bedeutung hat.

Spelzen

Verhärtete kleine Blättchen, die bei Gräsern die Samenkörner schützen.

Springschwänze

Diese winzigen flügellosen Tiere sind die häufigsten Bodeninsekten und zersetzen tote Tiere und Pflanzen, aber auch lebendige Kleinsttiere wie die schädlichen Älchen.

Spurenelemente

Der menschliche Körper braucht eine ganze Reihe von Stoffen, die ihm unbedingt mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Weil meist ganz geringe Mengen genügen, nennt man sie Spurenelemente. Sie werden meist zum Aufbau von Enzymen (z. B. Mangan, Kobalt) und von Hormonen (z. B. Zink, Jod) gebraucht. Für den Aufbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin benötigt der Körper Eisen, für den Aufbau des Zahnschmelzes Fluor. Wenn diese wichtigen Spurenelemente in der Nahrung fehlen, wird der Mensch krank.

Steiner, Dr. Rudolf (1861–1925)

Österreichischer Philosoph, Pädagoge und Naturwissenschaftler. Er begründete u.a. die Anthroposophie und legte mit seiner Vortragsreihe "Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" (1924) die Prinzipien für eine nachhaltig wirkende Landwirtschaft fest. Er schuf damit die Grundlagen für den biologisch-dynamischen Landbau, der nach Steiners Anweisungen u. a. von seinem Schüler Ehrenfried Pfeifer im praktischen Verfahren entwickelt wurde.

Ungesättigte Fettsäuren

Man unterscheidet gesättigte Fettsäuren und ungesättigte verschiedenen Grades. Am gesündesten sind einfach ungesättigte Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind in kleinen Mengen lebenswichtig, weil sie den Fettstoffwechsel regulieren und zum Aufbau von Hormonen gebraucht werden. Der Mensch kann sie nicht selbst herstellen, sondern muss sie mit der Nahrung aufnehmen.

Veganismus

Der Begriff stammt aus dem Englischen "vegetarian". Veganer verzichten – im Unterschied zu den Vegetariern – auf jede Form von tierischen Produkten. Veganer essen also weder Fleisch noch Fisch, keine Milchprodukte, keine Eier und keine tierischen Fette. Die "Vegan Society" wurde 1944 gegründet, stützt sich aber auf antike Vorbilder. Veganer sind grundsätzlich gegen Misshandlung und Tötung von Tieren. Sie wenden sich gegen die Nahrungsproduktion auf dem Umweg über Tierfütterung und sie wollen ökologische Schäden durch Tierhaltung vermeiden.

Vielfältige Fruchtfolge

Zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit setzt die biologische Landwirtschaft u. a die vielfältige Fruchtfolge ein, z. B. Abwechslung von Halm- und Blattfrüchten (also Getreide und Hackfrüchte oder Futterpflanzen), Abwechslung von Stickstoff mehrenden (Leguminosen) und Stickstoff zehrenden Kulturen, Abwechslung von Humus mehrenden und Humus zehrenden Kulturen, Abwechslung von tief und flach wurzelnden Kulturen.

Vollwertkost

Vollwertkost ist keine Diät, sondern ein Prinzip für gesunde Ernährung mit biologisch wertvollen Lebensmitteln! Ziel ist, das körperliche und geistige Wohlbefinden zu erhalten oder wiederherzustellen. Das Konzept stammt vom deutschen Bakteriologen Werner Kollath (1892–1970), wurde aber inzwischen vielfältig verfeinert. Nicht der Nährwert eines Lebensmittels steht im Mittelpunkt, sondern der biologische Wert. Nach Kollath sind alle jene Lebensmittel als vollwertig anzusehen, die nicht oder nur wenig verarbeitet wurden. Vollwertkost muss nicht fleischlos sein, reduziert aber den Genuss von Fleisch und tierischen Fetten. Im Zentrum der Ernährung stehen Getreide und Getreidegerichte aus Vollkorn, Obst und Gemüse (zu einem großen Teil in unerhitzter Form) sowie Milchprodukte. Saisonale Erzeugnisse aus biologischer Landwirtschaft und regionaler Herkunft werden bevorzugt. Schonung der Ressourcen und fairer Handel mit den Entwicklungsländern sind zentrale Anliegen.

Wirtschaftsdünger

Darunter versteht man organischen Dünger wie Kompost, Gründünger (z. B. Leguminosen), Mist, Gülle, Jauche, Erntereste (z. B. Stroh).

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